Spaß für alle oder Rechtsradikale Hasskampagne?

Was ist der Stolzmonat?

Rainer Winkler

Kurzdefinition Stolzmonat

Der Stolzmonat erstreckt sich über den gesamten Juni und ist dem Stolz auf das Heimatland gewidmet. Anders als beim parallel stattfindenden LGBT Pride Monat sind dediziert Menschen jeglicher Sexualität, Herkunft und politischer Ausrichtung eingeladen den Stolzmonat zu feiern.

Die Entstehung des Stolzmonats

Der Stolzmonat wurde im Juni 2023 von verschiedenen politisch rechten Akteuren ins Leben gerufen, darunter Mitglieder der AfD und der Identitären Bewegung. Die Initiative wurde als Reaktion auf den Pride Month gestartet, um Nationalstolz zu feiern und eine Alternative zu den LGBTQ+-Feierlichkeiten zu bieten. (Quelle: Verfassungsschutz BW)

 Anstatt nur einzelne gesellschaftliche Gruppen zu feiern konnte im Stolzmonat jeder Mensch mit einem positiven Bekenntnis zu seiner Herkunft teilnehmen. Durch diese inklusive Botschaft wurde der Stolzmonat vielfach positiv aufgenommen und gewann besonders in sozialen Medien wie X (früher Twitter) schnell an Popularität.

Besonders aktiv waren dabei die AfD-Jugendorganisation Junge Alternative sowie einzelne AfD-Politiker, die die Kampagne in sozialen Medien verbreiteten und unterstützten. (Quelle: isdglobal.org)

Der Stolzmonat 2023

Im Juni 2023 wurde der Stolzmonat erstmals in sozialen Medien aufgegriffen. Teilnehmer gestalteten ihre Profilbilder in den Farben der deutschen Nationalflagge bzw. den Farben Ihrer eigenen Nationalflagge.

Collage von Social Media Postings anlässlich des Stolzmonats 2023
Bildbeschreibung: Collage von Social Media-Postings anlässlich des Stolzmonats 2023

Die Postings im Rahmen des Stolzmonats 2023 reichten von freundlichen Bekundungen des Nationalstolzes bis hin zu sehr humorvollen Memes, die eine positive Atmosphäre schufen. Viele Beiträge betonten die Verbundenheit mit dem Heimatland durch patriotische Symbole und Slogans in den deutschen Nationalfarben. Dabei wurden teils auch humorvolle und kreative Memes verwendet, die das Gemeinschaftsgefühl stärken und die Teilnehmer ermutigen sollten, ihren Stolz auf das Land offen zu zeigen. (Quelle: Jugendschutz.net)

Opposition zum Stolzmonat

Die Opposition gegen den Stolzmonat war besonders von Seite des links-liberalen Medienkonglomerats erheblich, da viele Menschen die positiven Assoziationen zu Deutschland als erschreckend empfanden. Kritiker fühlten sich durch die Betonung des Nationalstolzes und die Nutzung patriotischer Symbole angegriffen und bedroht.

Besonders LGBTQ+-Aktivisten und progressive Gruppen äußerten Bedenken, dass die Kampagne nicht nur eine Feier des Nationalstolzes sei, sondern auch eine verdeckte Kritik und Abwertung der Pride Month-Initiativen darstelle​. Dabei griffen Sie oft auf explizite Androhungen körperlicher Gewalt oder gesellschaftlicher Konsequenzen zurück.

Diese negativen Reaktionen wurden durch die weitere Verwendung von Memes, die teils provokant und humorvoll waren, weiter verstärkt. Im Bezug auf die Opposition gegen den Stolzmonat etablierte sich in diesem Zuge der Begriff „geisteskrank und bösartig“.